Start-Ups: Verbesserte Bedingungen für EXIST-Förderung

Start-Ups: Verbesserte Bedingungen für EXIST-Förderung

Nach 15 Jahren erfolgreicher Förderung von Gründungsvorhaben aus der Wissenschaft, verbessert das BMWi jetzt die Bedingungen für EXIST-Gründerstipendium und EXIST-Forschungstransfer.Das EXIST-Gründerstipendium, das Hochschulabsolventen mit einem monatlichen Betrag zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten unterstützt, wird um 500 Euro von jetzt 2.000 Euro auf 2.500 Euro erhöht. Das für den Biotechnologie-Bereich noch spannendere Programm EXIST-Forschungstransfer wird mit höheren Mitteln für Sachkosten ausgestattet. Bisher lag der Zuschuss bei 70.000 Euro, jetzt soll er verdreifacht werden auf 250.000 Euro. [Pressemitteilung] EXIST-Mittel sind für Gründer aus der Hochschule oft die einzige Möglichkeit, Weiterentwicklungen für eine spätere Kommerzialisierung zu finanzieren. Dies ist besonders in der Phase, in der die Hochschule die Arbeiten nicht mehr finanzieren kann oder möchte und es zu früh für eine Unternehmensgründung ist, notwendig. Das Bundeswirtschaftsministerium zeigt mit der verbesserten EXIST-Förderung, dass Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft weiterhin einen wichtigen Stellenwert haben. Weitere Informationen zur EXIST-Förderung und wie sie zur Gründungen in der Biotechnologie passen, stellen wir demnächst auf biotechster| vor. Related posts: Mehr Geld für EXIST-Gründerstipendium und EXIST-Forschungstransfer Was man über GO-Bio wissen sollte GO-Bio reloaded: Neue Unternehmen in der 2. Förderphase Biotech-Crowdfunding – Riboxx zeigt wie’s...
DIY Gendiagnostik als Geschäftsmodell?: 23andMe

DIY Gendiagnostik als Geschäftsmodell?: 23andMe

23andMe ist ein 2006 im Silicon Valley gegründetes Biotechnologie-Unternehmen, das Gendiagnostik für Jedermann von zu Hause anbietet. Etwa eine halbe Millionen Menschen haben ihr Genom bereits von 23andMe sequenzieren und analysieren lassen. Der Unternehmensname spielt auf die Anzahl der menschlichen Chromosomenpaare und die Einzigartigkeit eines jeden Menschen an. Wie einzigartig man tatsächlich ist, erfährt man dann von 23andMe. Die Dienstleistung von 23andMe Das Geschäftsmodell von 23andMe ist nach außen die Sequenzierung des individuellen Genoms angereichert mit weiteren Informationen als Dienstleistung. Kunden können z.B. online einen Familienstammbaum erstellen und eine Funktion nutzen, die weitere Familienmitglieder identifiziert. Außerdem trifft 23andMe eine Aussage darüber wieviel Anteil der Neandertaler in mir steckt – genetisch gesehen natürlich – bzw. woher meine Vorfahren stammesgeschichtlich und geographisch stammen. Für eine Vielzahl von Krankheiten sind heute Genmutionen bekannt, die das Auftreten der Erkrankung wahrscheinlich macht oder sogar vorhersagen kann. 23andMe hat bis Ende 2013 auch die Interpretation des Genoms in Hinblick auf Krankheiten angeboten. Kunden bekamen also nicht nur die Information über ihre Familie bzw. ihre Stammesgeschichte, sondern auch darüber, ob sie an einer bestimmten Krankheit erkranken werden oder nicht. Eine Dienstleistung, die in Deutschland nicht angeboten werden dürfte. In den USA darf sie aktuell auch nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden. Die FDA hat 23andMe diese Interpretation des Genoms untersagt, da die Qualitätsstandards niemals nachgewiesen wurden. In den vergangenen Jahren hatte es wegen Verwechslungen von Proben bereits Klagen gegen 23andMe gegeben und die Zuverlässigkeit der Geninterpretation wurde in Frage gestellt. Diese Frage hat 23andMe bisher nicht beantwortet. Ende Februar 2015 erteilte die FDA die Erlaubnis für die Vermarktung eines Gentests, das Träger des mutierten Gens, das...
Open Source als Geschäftsmodell in der Biotechnologie

Open Source als Geschäftsmodell in der Biotechnologie

Open Source als Geschäftsmodell ist besonders durch die IT-Branche bekannt geworden. Bekannte Unternehmen und Projekte nutzen Open Source oder haben es genutzt, wie z.B. IBM, Netscape, Linux, Mozilla, Wikipedia oder Sun. Erste Biotech- und Pharmaunternehmen arbeiten komplett oder projektbasiert nach dem Open Source Prinzip. Streng genommen bedeutet Open Source, dass frei verfügbares Wissen genutzt wird, meist in einer Community aus freiwilligen Experten, um ein Produkt zu entwickeln. Dieses Produkt wird dann, da es mit der Ressource „Allgemeinheit“ entwickelt wurde, der Allgemeinheit kostenfrei zur Verfügung gestellt. An die Nutzung ist dann z.B. die Aufforderung zur Verbesserung und Zurverfügungstellung geknüpft. Mal ehrlich, sieht das nach einem tragfähigen Geschäftsmodell für die Biotech-Branche aus? Auf den ersten Blick kann Open Source bei einem Biotech-Unternehmen, das wahrscheinlich noch auf VC-Investoren angewiesen ist, nicht funktionieren. Genauer betrachtet frage ich mich, bei welchem Unternehmen es überhaupt funktioniert. Geld verdienen kann man mit diesem Modell eher nicht, aber mit dem Service-Geschäft oder mit Add-Ons. Es gibt heute zahlreiche Unternehmen, die Service, Beratung und Software für Linux-Systeme anbieten und so Umsätze generieren. Wie würde dieses Modell für Biotech aussehen? Viele Biotech-Unternehmen entwickeln neue Wirkstoffe oder Diagnostika. Nach dem Open Source Modell analog zu Linux würden sie diese mit dem allgemein zugänglichen Know-How und einer Community tun und anschließend die Wirkstoffe/Diagnostika bzw. das Wissen darum der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Um Geld zu verdienen müssten dann weitere Services oder ergänzende Produkte verkauft werden. Doch wie könnten die aussehen? Ein Wirkstoff benötigt vielleicht eine spezielle Applikationsmethode, die zugekauft werden muss, bei einer diagnostischen Anwendung wird vielleicht ein spezielles Gerät verwendet, das gekauft und gewartet werden muss. Zusätzlich kann man noch...
Job kündigen und selbständig machen? 7 Fragen für Gründer

Job kündigen und selbständig machen? 7 Fragen für Gründer

Jeder Sonntagabend ist überschattet von dem Gedanken an den Montag. Ein stressiger Job, der Chef trifft Entscheidungen die nicht nachvollziehbar sind, die Kollegen nerven. Endlich frei sein, endlich selber Entscheidungen treffen. Gute Ideen scheinen vorhanden, nur noch ein Schritt, dann ist man Selbständig, sein eigener Herr. Alles so einfach, oder nicht? Als Anregung ein paar Fragen, die man sich ehrlich beantworten sollte, bevor man kündigt um sich selbständig zu machen. Ist es echter Gründungswille oder nur Jobverdrossenheit? Will ich tatsächlich selbständig sein, oder habe ich nur keine Lust auf meinen Job? Wer ausschließlich aus Verdruss über seinen Job in die Selbständigkeit wechselt, beraubt sich der mächtigsten Waffe im Kampf ums Überleben als Gründer: der unbedingten Motivation seine Unternehmung zum Erfolg zu führen. Wem dieser Wille und Motivation fehlt, der wird Durststrecken wahrscheinlich nicht überleben. Und, das ist sicher, der Weg ist nicht nur steinig, er kann sich zeitweise wie eine Treibjagd durch die Wüste anfühlen. Ist die Haupt-Motivation nur die Flucht aus der aktuellen Situation, kann sich das in schwierigen Zeiten als fatal herausstellen. Ein guter Test ist die Erstellung eines Businessplans vor der Kündigung. Wenn ausreichend Gründungswille vorhanden ist, sollte dieses Dokument eigentlich leicht aus der Feder fließen. Wie kündige ich ohne verbrannte Erde zu hinterlassen? Auch wenn es schwer fallen mag – der alte Arbeitgeber könnte eventuell hilfreich für die Gründung sein, vielleicht sogar ein erster Kunde. Auch unter dem Aspekt der Weiterempfehlung sollte man sich hier genau überlegen ob es sich lohnt alle Brücken hinter sich einzureißen. Einige Unternehmen haben hier eine strikte Politik. Arbeitnehmer die gekündigt haben dürfen nicht mehr als Auftragnehmer für das Unternehmen...
Start-Ups in der Biotechnologie: Wachsen in kleinen Schritten

Start-Ups in der Biotechnologie: Wachsen in kleinen Schritten

Um in der Biotechnologie ein Start-Up aufzubauen, benötigt man deutlich mehr Zeit und Kapital als z.B. in der IT-Branche. Viele Unterstützungsmöglichkeiten für Gründer sind auch sehr gut geeignet für den IT-Bereich, aber weniger für die Biotechnologie-Branche. Ebenso liegt die öffentliche Wahrnehmung viel mehr auf dem IT-Bereich, da hier die Erfolge der Start-Ups schneller sichtbar werden und viel „cooler“ sind. Hier ist es leichter zu scheitern, daraus zu lernen und mit einer neuen Idee wieder anzufangen. In der Biotechnologie ist Scheitern gravierender, da viel Kapital verloren geht und man nicht einfach eine neue Idee generieren kann, für deren Umsetzung man wieder Kapital einwerben muss. Was Gründer also als erstes brauchen, ist eine andere Fehlerkultur. Eine Fehlerkultur, die Scheitern nicht mit einem Makel behaftet, den die Gründer nie wieder loswerden. Im Blog „Geist und Gegenwart“ ist zu diesem Thema ein schöner und umfassender Beitrag zu lesen „Emporscheitern: der erfolgreiche Umgang mit Fehlern“, der sich mit unserer Fehlerkultur und ihren Auswirkungen beschäftigt. Es ist natürlich leicht gesagt, dass man Scheitern zulassen muss, um Gründer zu unterstützen und ihre Kreativität zu befördern und sie machen zu lassen. Die praktische Umsetzung sieht leider ganz anders aus. Ein Start-Up, das mehrere Millionen Euro Kapital eingeworben hat, kann nicht einfach ausprobieren und sehen ob es klappt. Schließlich wollen die Investoren ihr Geld zurück und zwar mit Rendite. Was tun? Ohne Geld wird leider kein Ansatz funktionieren können. Vielleicht müssen es aber nicht gleich zu Beginn große Summen sein. Ein Ansatz, der schon in der „Innovationsakademie Biotechnologie“ des BMBF Anwendung findet, ist die Unterteilung in verschiedene Phasen. Die Gründungsideen sind zu Beginn noch sehr grob und mit...