GO-Bio: 7. Runde gestartet

GO-Bio: 7. Runde gestartet

Mit dem Wettbewerb GO-Bio fördert das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF) seit 2005 und nunmehr 6 Runden Gründungsvorhaben von aktuell 45 Forscherteams aus den Life Sciences. Aus den vorangegangenen Runden wurden bereits 22 Unternehmen ausgegründet. Jetzt wurde die 7. Runde des GO-Bio Wettbewerbs gestartet, die Einreichungsfrist für die Projektskizzen endet am 30. Juni 2015. GO-Bio Förderbedingungen in Kürze mit dem GO-Bio Wettbewerb sollen Gründerteams, die an Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen angesiedelt sind. Die geförderten Projekte sollen einen hohen Innovationsgrad und gute Aussichten für eine spätere Kommerzialisierbarkeit haben. Thematisch sollen die Projekte in den Bereichen Life Sciences und aus Grenzdisziplinen stammen. Besonders förderwürdig sind „Vorhaben, die auf die Ziele der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ weltweite Ernährung sichern, Agrarproduktion nachhaltig gestalten, gesunde und sichere Lebensmittel produzieren, nachwachsende Rohstoffe mit biotechnologischen Verfahren industriell nutzen, Energieträger auf Basis von Biomasse ausbauen und die Aktionsfelder des Gesundheitsforschungsprogramms Therapie und Diagnose von Krankheiten mit hohem medizinischen Bedarf, Individualisierte Medizin, Prävention und Ernährung ausgerichtet sind. Ebenfalls förderwürdig sind Plattformtechnologien, die in vorgelagerten Schritten zu diesen Zielen beitragen.“ [Zitat aus der GO-Bio Bekanntmachung] Die Förderung erfolgt wie in den vorherigen Runden in zwei Phasen. In der ersten Phase soll ein proof of concept erarbeitet werden, während in der zweiten Phase ein proof of technology erbracht und der Markteintritt vorbereitet werden soll. In der ersten Förderphase beträgt die Förderquote bis zu 100%, während sie in der zweiten Förderphase bei maximal 70% liegt. Beispiele für Unternehmen in der zweiten Phase der GO-Bio Förderung haben wir unter „GO-Bio reloaded“ zusammengestellt. Alle Details und weitere Informationen zu GO-Bio: Projektträger Jülich – GO-Bio Tipps zur Antragsstellung und praktische Hinweise haben...
23andMe darf ersten Gentest für zu Hause auf den Markt bringen

23andMe darf ersten Gentest für zu Hause auf den Markt bringen

Nachdem die U.S. Food and Drug Administration (FDA) dem US Diagnostikunternehmen 23andMe Ende 2013 den Verkauf ihres Test-Kits zu diagnostischen Zwecken untersagt hatte, gab sie Ende Februar 2015 die Erlaubnis, einen diagnostischen Test auf den Markt zu bringen. Bei diesem Test, den die FDA nun zugelassen hat [s. Mitteilung], handelt es sich die Untersuchung, ob man Träger einer Genvariante für das sehr seltene Bloom-Syndrom ist. Das Bloom-Syndrom Das Bloom-Syndrom, das autosomal-rezessiv vererbt wird, gehört in die Gruppe Chromosomenbruchsyndrome. Es kommt zu einer Mutation des BLM-Gens auf Chromosom 15. Dieses Gen codiert für das Bloom-Syndrom-Protein, das zur Aufgabe hat, den Zellzyklus zu überwachen. Bei unzureichender Aktivität kommt es zu Fehlern bei der DNA-Replikation. Träger der Genvariante auf beiden Allelen haben ein erhöhtes Krebsrisiko, leiden unter Rotverfärbung der Haut, Lichtsensibilität, Minderwuchs und Schädeldeformationen. Die Diagnostik des Bloom-Syndroms erfolgt üblicherweise durch den Nachweis zytologischer Veränderungen und den gendiagnostischen Nachweis. In den USA wird es also bald möglich sein, sich zu Hause selbst auf die Mutation im BLM-Gen zu testen. In Deutschland ist dies aufgrund des Gendiagnostik-Gesetzes, das die Beratung durch einen fachkundigen Arzt vorschreibt, nicht möglich. Der Artikel „Der Gentest für zu Hause“ (Deutsche Ärztezeitung) setzt sich mit diesem Thema sehr schön auseinander und beschreibt einen anderen möglichen Weg, den das Biotechnologie-Unternehmen bio.logis beschreitet. 23andMe kündigt auf ihrer Health-Webpage an, den Test nicht als Single-test auf den Markt bringen zu wollen. Das Unternehmen will die Entscheidung über weitere Tests, die aktuell durch die FDA überprüft werden, zunächst abwarten. Wann und in welcher Form das geschehen wird, ist allerdings noch unklar.   Picture: dream designs/freedigitalphotos.net Related posts: DIY Gendiagnostik als Geschäftsmodell?:...

Was Ihnen vor der Gründung niemand sagt (außer uns)

Ein neues Jahr hat begonnen, Vorsätze wurden gefasst und vielleicht haben Sie sich dazu entschlossen 2015 mal ein bisschen selbständig zu sein, ein bisschen zu gründen oder ein bisschen StartUp zu spielen. Gratulation! Das ist aus meiner Sicht durchaus begrüßenswert. Dennoch – „ein bisschen“ geht nicht, da  ist es wie mit der Schwangerschaft. Und wenn wir schon beim Thema sind – Selbständigkeit kann auch eine schwere Geburt sein. Dazu würde ich Ihnen gerne im Folgenden ein paar Dinge erzählen, die Sie vielleicht vor der Gründung nicht häufig hören, oder hören wollen…   Einsamkeit gehört dazu Wenn Sie ein Unternehmen gründen, werden Sie oft allein sein. Allein mit der Verantwortung für wichtige Entscheidungen, aber auch buchstäblich, da Sie am Anfang vielleicht nicht viele  Mitgründer haben werden, wenn überhaupt. Mit dem Zeitpunkt der Gründung werden Sie aus Ihren bestehenden Strukturen gerissen, keine Kollegen mehr, keine Sicherheit durch geteilte Verantwortlichkeiten. Niemand mehr in der Nähe der Ihnen kurz einen Rat mitgibt, oder allein für ein kleines Schwätzchen zur Verfügung steht. Unterschätzen Sie nicht diese Isolation in die Sie unweigerlich rutschen werden. Abhängig von Ihrer Persönlichkeitsstruktur, kann diese Isolation durchaus als stark belastend empfunden werden. Höchste Höhen, tiefste Tiefen Die Gründung einer Unternehmung ist wie eine Achterbahnfahrt. Das dürfte bekannt sein, obwohl man es sicherlich vor der Gründung unterschätzt. Was dabei oft nicht gesagt wird, diese Situation hat starke Auswirkungen auf das Gefühlsleben. Marc Andreessen, unter anderem Gründer von Netscape, beschrieb dies folgendermaßen: “You only ever experience two emotions: euphoria, and terror. And I find that lack of sleep enhances them both”. Hört sich vielleicht ein bisschen übertrieben an, aber ganz ehrlich –...
Bill & Melinda Gates Stiftung investiert in CureVac zur Entwicklung innovativer Impfstoffe

Bill & Melinda Gates Stiftung investiert in CureVac zur Entwicklung innovativer Impfstoffe

Die Bill & Melinda Gates Stiftung und Dietmar Hopp (dievini Hopp BioTech Holding) investieren insgesamt 67 Millionen Euro in die CureVac GmbH. Hopp könnte sich nun mittelfristig einen Börsengang des Unternehmens vorstellen: „Bislang gab es in Deutschland wenig Biotech-Börsengänge. Der Name Gates hat aber auch in Deutschland einen guten Klang, und es könnte sein, dass wir mit CureVac am Ende vielleicht, trotz der hiesigen Zurückhaltung, den Börsengang in Deutschland wagen“, sagte der SAP-Gründer zu Capital (Heft 4/2015) (Vorab im Stern zu lesen) Hier die Pressemitteilung der CureVac GmbH zum Investment der Bill & Melinda Gates Stiftung: „Die amerikanische Bill & Melinda Gates Stiftung und das deutsche biopharmazeutische Unternehmen CureVac gaben am 05.03.2015 bekannt, dass die Stiftung 46 Millionen Euro (52 Millionen US-Dollar) in CureVac investiert. CureVac ist weltweit führend im Bereich der medizinisch angewandten Messenger-RNA (mRNA). Auf Basis dieses Moleküls entwickelt CureVac vollkommen neue Ansätze zur Behandlung von Krankheiten und zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Die Bill & Melinda Gates Stiftung wird zusätzlich zur Eigenkapitalbeteiligung an CureVac verschiedene Programme des Unternehmens zur Entwicklung von Impfstoffen finanzieren. Neben der Stiftung beteiligt sich auch CureVacs langjähriger Investor dievini Hopp BioTech holding mit weiteren 21 Millionen Euro (24 Millionen US-Dollar) an dieser Kapitalerhöhung. CureVac verwendet natürliche mRNA in chemisch unmodifizierter Form als Informationsträger für die Bauanleitung von Proteinen. Auf diese Weise wird der Körper in die Lage versetzt, seine eigene maßgeschneiderte Medizin gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheiten herzustellen. Medikamente auf Basis von mRNA können schnell und kostengünstig produziert werden. Sie müssen außerdem bei Lagerung und Transport nicht gekühlt werden, woraus gerade für den Einsatz in Entwicklungsländern große Vorteile resultieren. Mit ihrer Investition stärkt...
Plattformtechnologien bei Investoren immer beliebter

Plattformtechnologien bei Investoren immer beliebter

Nachdem Plattformtechnologien zu Beginn des Jahrtausends immer unbeliebter wurden, erfreuen sie sich in den letzten Jahren bei Investoren immer größerer Beliebtheit. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das relativ geringe Risiko – verglichen mit klassischen Drug Development Unternehmen. Mittlerweile ist stellen Plattformtechnologie-Unternehmen in Deutschland den zweitgrößten Sektor innerhalb der Biotechnologie-Branche (biotechnologie.de, Report 2013). Eines der zahlreichen Beispiele aus diesem Sektor ist SIRION Biotech in München mit viralen oder Virusvektoren. Diese kommen zum Einsatz, wenn gezielt Gene ausgeschaltet bzw. überexprimiert oder „eingebaut“ werden sollen. Das ist von Interesse für die Grundlagenforschung beim Studium von Genfunktion oder auch bei der Entwicklung realitätsnaher Zellmodelle für drug bzw. compound screening. So auch bei der Erforschung neuer Lebensmittelinhaltsstoffe oder kosmetischer Wirkstoffe, erst recht seitdem Tierversuche für derartige Anwendungen in Europa untersagt sind. Virusvektoren finden auch direkt Eingang in klinische Prüfungen in der Gentherapie und bei Impfstoffen: allein in den letzten 2-3 Jahren sind weit über $ 2 Milliarden aufgenommen worden von etwa 20-30 Unternehmen, um einzelne virale Vektoren als neuartige Arzneimittel auf den Markt zu bringen. Nach der klinischen Zulassung eines ersten viralen Vektors Ende 2012 wird der Gentherapie mit Virusvektoren ein Milliardenmarkt vorausgesagt. SIRION Biotech hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2005 rasant entwickelt. Nach dem Gewinn des Businessplan-Wettbewerbs Science4Life 2006, konnte 2007 der High-Tech Gründerfonds als Investor gewonnen werden. Sehr schnell wurden in den folgenden Jahren Bayernkapital, Creathor Venture, die KfW und Aumenta als weitere Investoren hinzugewonnen. Gemeinsam mit diesen Investoren hat SIRION Biotech bereits vier Finanzierungsrunden erfolgreich abgeschlossen. Die erfolgreiche Entwicklung von SIRION Biotech zeigt sich in weltweit mehr als 150 Klienten und 400-500 Einzelprojekten, wie vom Geschäftsführer zu erfahren war. Das...