Biomarker für Alzheimer-Diagnostik entwickelt

Biomarker für Alzheimer-Diagnostik entwickelt

Alzheimer ist mit einem Anteil von zwei Drittel die häufigste Form der Demenzerkrankungen. Insgesamt sind in Deutschland 1,2 Mio. Menschen an Alzheimer erkrankt, bis zum Jahr 2050 werden schätzungsweise 3 Mio. Menschen an Alzheimer erkrankt sein. Eine frühzeitige Therapie ist derzeit nicht möglich, da eine Diagnose erst nach dem Auftreten klinischer Symptome gestellt werden kann, wenn bereits irreversible Schädigungen des Gehirns vorliegen. Kurz: Die Therapie der Alzheimer-Erkrankung hängt von der frühzeitigen Diagnostik ab. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum und des DZNE Göttingen haben nun einen Biomarker entwickelt, der zur frühzeitigen Diagnose eingesetzt werden kann. Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit erfolgt heute anhand auftretender Symptome, wie Gedächtnisverlust, Persönlichkeitsveränderungen und morphologische Veränderungen im Gehirn. Zu diesem Zeitpunkt kann das Fortschreiten der Erkrankung in einigen Fällen noch verlangsamt und weitere Symptome behandelt werden, die Schädigungen sind aber schon massiv. beta-Amyloid als Biomarker Das neu entwickelte Verfahren nutzt beta-Amyloid aus Blut oder Liquor für die Diagnostik. beta-Amyloid bildet in fehlgefalteter Struktur amyloide Plaques im Gehirn, die für die Alzheimer-Erkrankung typisch sind. Der neu entwickelte Test detektiert mit Hilfe eines infrarotbasierten Sensors die genaue Verteilung der beta-Amyloid-Strukturen. Wenn die fehlgefalteten beta-Amyloid-Strukturen einen Schwellenwert überschreiten, kann Alzheimer diagnostiziert werden. Frühzeitige Diagnose von Alzheimer möglich beta-Amyloid-Strukturveränderungen treten bereits 15 Jahre vor Auftreten der ersten klinischen Symptome auf. Zu diesem Zeitpunkt liegen entsprechend noch keine gravierenden Schädigungen des Gehirns vor und vollkommen neue Therapieverfahren könnten wirksam das Fortschreiten der Krankheit stoppen und letztlich das Auftreten klinischer Symptome verhindern. Keine Therapie ohne Diagnose! Bei einem neurowissenschaftlichen Kongress (ISN/ESN Meeting 1999 in Berlin) fragte mich ein anderer Wissenschaftler (ein Arzt), wieso wir die molekularen Mechanismen der Alzheimer-Erkrankungen unbedingt kennen und verstehen...
Nobelpreis für Chemie 2015 geht an drei Biowissenschaftler

Nobelpreis für Chemie 2015 geht an drei Biowissenschaftler

Der Nobelpreis für Chemie 2015 wird an drei Biowissenschaftler für ihre Arbeiten zur Aufklärung von DNA-Reperaturmechanismen verliehen. Dies gab das Nobelpreiskomitee heute in Stockholm bekannt. Die drei Preisträger dürfen sich über insgesamt 8 Millionen Schwedische Kronen (ca. 850.000 €) und -vor allem- über sehr viel Ehre und Ruhm freuen. Die feierliche Preisverleihung durch Schwedens König Carl Gustav XVI. findet traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm statt. Die Preisträger Bei den Preisträgern handelt es sich um die Biowissenschaftler Tomas Lindahl (Schweden), Paul Modrich (USA) und Aziz Sancar (Türkei/USA). Sie erhalten den Nobelpresi für Chemie 2015 für ihre Beiträge zur Aufklärung der DNA-Reperaturmechanismen. Tomas Lindahl Der Krebsforscher Tomas Lindahl entdeckte, dass DNA nicht absolut stabil ist, sondern sich stetig verändert. Er folgerte daraus, dass es ein molekulares System geben müsse, das diese Schäden repariert. Er öffnete damit ein komplett neues Forschungsfeld und entdeckte viele der Proteine, die für die Reparatur von DNA-Schäden verantwortlich sind. Aziz Sancar Der Genetiker Aziz Sancar erforschte ausgehend von Bakterien UV-Schädigungen der DNA und entdeckte das Enzym Photolyase. Gleichzeitig untersuchte er die Reparatursysteme, die von Licht abhängig bzw. unabhängig sind und entdeckte lichtunabhängigge DNA-Reparaturenzyme. Zusammen mit den Arbeiten von Tomas Lindahl konnte gezeigt werden, dass die Mechanismen der Bakterien auch auf Menschen übertragbar sind. Paul Modrich Der Biochemiker Paul Modrich untersuchte u.a. die Dam-Methylase, das Enzym, das Methyl-Gruppen an die DNA hängt. Er konnte zeigen, dass diese Methylgruppen als Art Signale dienen. Er fand heraus, dass diese Methylierungen als Markierung für DNA-Reparaturenzyme dienen, die fehlerhafte Basenpaarungen korrigieren. Fehler in diesem Reparatursystem können z.B. eine Ursache für die Entstehung von Krebs sein. Eine ausführliche...