Start-Ups in der Biotechnologie: Wachsen in kleinen Schritten

Start-Ups in der Biotechnologie: Wachsen in kleinen Schritten

Um in der Biotechnologie ein Start-Up aufzubauen, benötigt man deutlich mehr Zeit und Kapital als z.B. in der IT-Branche. Viele Unterstützungsmöglichkeiten für Gründer sind auch sehr gut geeignet für den IT-Bereich, aber weniger für die Biotechnologie-Branche. Ebenso liegt die öffentliche Wahrnehmung viel mehr auf dem IT-Bereich, da hier die Erfolge der Start-Ups schneller sichtbar werden und viel „cooler“ sind. Hier ist es leichter zu scheitern, daraus zu lernen und mit einer neuen Idee wieder anzufangen. In der Biotechnologie ist Scheitern gravierender, da viel Kapital verloren geht und man nicht einfach eine neue Idee generieren kann, für deren Umsetzung man wieder Kapital einwerben muss.

Was Gründer also als erstes brauchen, ist eine andere Fehlerkultur. Eine Fehlerkultur, die Scheitern nicht mit einem Makel behaftet, den die Gründer nie wieder loswerden. Im Blog „Geist und Gegenwart“ ist zu diesem Thema ein schöner und umfassender Beitrag zu lesen „Emporscheitern: der erfolgreiche Umgang mit Fehlern“, der sich mit unserer Fehlerkultur und ihren Auswirkungen beschäftigt. Es ist natürlich leicht gesagt, dass man Scheitern zulassen muss, um Gründer zu unterstützen und ihre Kreativität zu befördern und sie machen zu lassen. Die praktische Umsetzung sieht leider ganz anders aus. Ein Start-Up, das mehrere Millionen Euro Kapital eingeworben hat, kann nicht einfach ausprobieren und sehen ob es klappt. Schließlich wollen die Investoren ihr Geld zurück und zwar mit Rendite.

Was tun?

Ohne Geld wird leider kein Ansatz funktionieren können. Vielleicht müssen es aber nicht gleich zu Beginn große Summen sein. Ein Ansatz, der schon in der „Innovationsakademie Biotechnologie“ des BMBF Anwendung findet, ist die Unterteilung in verschiedene Phasen. Die Gründungsideen sind zu Beginn noch sehr grob und mit mehr Risiko behaftet, benötigen aber eine kleinere Menge Kapital. Nach einer Bewertung werden die besten Ideen weiter unterstützt. Sie sind dann genauer und erprobter, sind weniger riskant und benötigen etwas mehr Kapital. Nach drei bis vier solcher Runden bleiben am Schluss die besten und erfolgversprechendsten Ideen übrig, die dann zu einer Gründung führen. Insgesamt sollte so das Risiko für Investoren zu dem Zeitpunkt geringer sein und das Kapital, das in den vorhergehenden Phasen von den nicht erfolgreichen Ideen benötigt wurde, ist relativ gering. Diese Idee ist nicht neu und wird auch schon angewendet, nur nicht in Deutschland – außer in Ansätzen bei der Innovationsakademie.

Wachsen in kleinen Schritten würde unsere Gründungskultur sicher beleben.

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Biochemikerin, Business Coach, Gründungscoach und vieles mehr. Bietet mit KBK Concept Coaching & Consulting für Gründer und Ideen- und Innovations-Workshops für alle aus der Life Science-Branche. Bloggt auf Biotechster und IdeenTuner. Große Leidenschaft: Neue Ideen und ihre Verwirklichung.

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